Internet of Things: Erfolgreich Implementieren ist King

Dank Digitalisierung besser durch Krisen? Das sagen KMUs

IoT – Internet of Things. Milliarden Sensoren vernetzen global Milliarden Dinge. Als digitaler Datenaggregator verspricht dieses Prinzip nicht nur höhere Effizienz, sondern ermöglicht auch smarte digitale Produkte und innovative, datenorientierte disruptive Geschäftsmodelle. Ist IoT also das disruptive Allheilmittel schlechthin, mit dem in der Zukunft alles gut wird? Immerhin überbieten sich die Analysten seit einiger Zeit in ihren Analysen, was das Marktpotential betrifft: So sollen bereits ab 2021 die weltweiten Investitionen in IoT-basierte Produkte und Dienstleistungen mehr als 250 Milliarden US-Dollar betragen. Euphorie überall also? Nicht ganz – denn es mehren sich auch die Anzeichen, dass das vielversprechende und vielseitige Potential, dass IoT verspricht, nur dann gehoben werden kann, wenn man die zur Verfügung stehenden neuen Technologien gezielt einsetzt und professionell umsetzt.

 

Mehr als nur Proof of Concepts: 5 goldene Regeln für erfolgreiche IoT-Projekte

Viele IoT-Projekte – genauer gesagt über 80 Prozent - schaffen es momentan laut einer Studie des Londoner Marktforschungsinstitutes Ovum noch nicht in den kommerziellen Regelbetrieb. Eine IDG-Studie bestätigt, dass die Zahl der gescheiterten Projekte zunimmt. Und Cisco erklärt, dass 60 Prozent der IoT-Initiativen auf der Stufe eines Proof of Concepts stehenbleiben. Ende des Hypes? Ganz klar: Nein! Das Internet of Things ist die Zukunft und wird so gut wie jede Branche in vielen Bereichen revolutionieren, das globale Marktwachstum steigt weiterhin exponentiell. Eines allerdings sollte jedem Unternehmen, das sich mithilfe von IoT-Projekten fit für die Zukunft machen will, klar sein: Die erfolgreiche Umsetzung einer IoT-Strategie ist definitiv kein "Selbstläufer". Das Beratungsunternehmen TCS (Tata Consultancy Services) hat in diesem Zusammenhang für eine aktuelle Studie eine Vielzahl internationaler IoT-Projekte analysiert. Dabei kristallisierten sich fünf wichtige Faktoren heraus, die entscheiden, ob ein IoT-Projekt zu einem Erfolg wird- oder eben auch nicht.

 

1. Neue Geschäftsmodelle entwickeln und nutzen

Ein entscheidender Faktor: Unternehmen, die ihre Strategie besser als ihre Mitbewerber auf IoT-Technologien abstimmen und darauf zugeschnittene Geschäftsmodelle und Produktangebote entwickeln, sind erfolgreicher. Eine wichtige Grundlage dabei ist die umfassende Analyse IoT-bezogener Daten, um die Erfahrungen von Nutzern mit Produkten und Services herauszufinden. Auf diese Weise können Unternehmen zum Beispiel ermitteln, ob und in welchen Bereichen ihre Kunden Unterstützung benötigen, oder welche zusätzlichen Features die Produkte bieten sollten. Die Auswertung der qualitativen Daten lässt auch Rückschlüsse auf die Segmentierung der Kundenbasis zu.  Auf dieser Basis können Unternehmen anschließend ihre Angebote besser auf bestehende und neue Zielgruppen abstimmen, optimieren und neue Services entwickeln.

 

2. Passende Datengrundlage für die Analyse definieren

Die Qual der Wahl: Denn Datenmangel ist nicht wirklich das Problem im Internet der Dinge. Entscheidend ist die richtige Selektion: Nämlich genau die Daten zu identifizieren, die für das IoT-Projekt eines Unternehmens relevant und werthaltig sind. Ein Beispiel: Für die Optimierung des Kundenservice macht es am meisten Sinn, Informationen über die Erfahrungen der Nutzer mit den entsprechenden Dienstleistungen zu sammeln. Ergänzend ausgewertet werden sollten Daten zur Produktqualität und Informationen über die Art und Weise, wie Kunden bestimmte Produkte verwenden.

 

3. Fortschrittliche Unternehmenskultur: Bestehende Denk- und Handlungsmuster hinterfragen

Eine Unternehmenskultur, die keine Angst vor Wandel hat, wird den Erfolg von IoT-Projekten wesentlich beschleunigen. Denn sie sorgt für die richtige Grundstimmung bei der Umsetzung von IoT-Initiativen: Alle Mitarbeiter sollten wirklich bereit sein, ihre Sicht auf Kunden, Produkte und Geschäftsprozesse zu hinterfragen, zu prüfen und gegebenenfalls auch zu ändern. Denn nicht selten entsteht durch die von den IoT-Komponenten gesammelten Informationen ein Bild der Realität, das mit den bisherigen bislang Vorstellungen der Produkt- und Marketing-Verantwortlichen nicht mehr viel zu tun hat. Deswegen sollten alle Mitarbeiter bereit sein, Kernelemente ihres bisherigen Denkens anzupassen: Geschäftsentscheidungen, Produktstrategien, Kundenansprachen etc. Eine solche kontinuierliche „Culture of Change“ passt ideal zum disruptiven Charakter des Internet of Things. Denn das gesamte Marktumfeld wird seinen hochdynamischen Charakter auch in Zukunft beibehalten: Komplexe und langwierige Auswahlverfahren sind bei der Implementierung von IoT-Lösungen eher hinderlich. Und auch die "IoT-Lösung für die Ewigkeit" wird es nicht geben – stattdessen werden sich Prozesse, Marktgegebenheiten und technologische Entwicklungen ständig weiterentwickeln. Wer bereit ist, sich schnell darauf einzustellen, wird das darin liegende Potenzial am besten für sich nutzen können.

 

4. Eigenes IoT-Know-how aufbauen

Eigene Know-how-Potenziale im Bereich IoT-Technologie aufzubauen, ist beinahe unerlässlich. Aber keine Angst, es müssen nicht alle Bereiche inhouse abgedeckt werden: Es macht vielmehr Sinn, sich mit einem Teil der Technologien im Umfeld des Internet of Things gut auszukennen, beispielsweise mit Big Data, Analytics und Cloud Computing. Den fehlenden Teil des Wissens und der Lösungen steuern externe Dienstleister bei. Auch die Implementierung und das Management einer IoT-Umgebung ist oft eine Sache für externe Dienstleister: Als IoT-Spezialisten verfügen sie bereits über IoT-Frameworks und Telematik-Lösungen, die sich an eine Vielzahl von Einsatzszenarien anpassen lassen. Das finale Adaptieren der Kernprozesse und die Entwicklung neuer Produkte und Services, die auf dem IoT-Projekt aufsetzen, wird idealerweise dann wieder im Unternehmen realisiert.

 

5. IoT-Daten in Enterprise-Systeme integrieren & den digitalen Wandel annehmen

Eine weitere Grundvoraussetzung für den Erfolg eines IoT-Projekts: Die getätigten Investitionen zahlen sich nur dann aus, wenn sich die implementierte IoT-Umgebung mit den hauseigenen IT-Systemen koppeln lässt. Denn nur dann können sich die Entscheidungsträger im Unternehmen darauf verlassen, dass die generierten Informationen und Daten valide genug sind, um auf ihrer Grundlage Geschäftsstrategien und Prozesse anzupassen. Das Internet of Things wird sich auf diese Weise in vielen Branchen zukünftig immer mehr vom Hype hin zur neuen Normalität entwickeln. Der digitale Wandel sorgt dafür, dass viele Unternehmen von althergebrachten Geschäftsmodellen und Prozessen Abschied nehmen müssen. Was definitiv positiv ist: Denn nur so akzeptieren Unternehmen die Möglichkeit, mit IoT-Projekten neue Wege zu gehen. Und genau dort die Lösungen zu finden, mit denen sie die Herausforderungen im Zeitalter der Globalisierung bestehen können.


veröffentlicht am : 2020-08-25 11:00


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