Facility Management 4.0 mit IoT

Facility Management 4.0 mit IoT

Digital ist besser: Facility Management – der Begriff stand lange Zeit unter anderem für klassische analoge Tätigkeiten, für Kontrollgänge und manuelle Handgriffe. Diese Definition gilt nicht mehr: Die Zukunft des Facility Management ist digital. Das Internet of Things mit seinen innovativen Technologien ermöglicht in vielen unterschiedlichen Bereichen eine optimierte, intelligente Gebäudeverwaltung. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, wie und wo IoT das Facility Management auf ein neues Level hebt.

Agieren statt Reagieren: Das Facility Management der Zukunft

IoT-basierte digitale Technologien bieten einen vielfältigen Mehrwert für Facility Manager: Sie kümmern sich um ein optimales Raumklima, um bestmögliche Sicherheit und um die funktionierende technische Infrastruktur. Neue Anwendungsbereiche entstehen, bekannte Bereiche werden digitalisiert: Heizung und Kühlung, Luftqualität, Wasserversorgung, Zutrittskontrolle und die Zusammenarbeit mit externen Gebäudedienstleistern stehen weiter auf der Agenda, werden aber zunehmend über funkgesteuerte Sensoren und Cloud-Plattformen geregelt. Facility Manager behalten auf diese Weise Anlagen im Blick, ohne direkt vor Ort sein zu müssen. Algorithmen werten die Messdaten kontinuierlich aus, Störungen werden direkt an die zuständigen Empfänger übermittelt, via Internet oder Mobilfunktechnologie lassen sich dann beispielsweise Thermostate aus der Ferne bedienen. Das Monitoring der Messdaten vereinfacht dabei nicht nur die Steuerung, es erfüllt auch einen weiteren langfristigen Zweck. Die gesammelten Daten ermöglichen Rückschlüsse aus der gesamten Gebäudenutzung und identifizieren so den genauen Optimierungsbedarf. Die Digitalisierung spart also nicht nur kurzfristig Kosten, sondern entwickelt das Gebäudemanagement gezielt weiter. 

 

Anwendungsbeispiele: So macht IoT das Facility Management smart

Smart Maintenance: Smart Maintenance ist die Grundlage für die intelligente digitale Überwachung von Produktionsanlagen und Gebäudetechnik. Die durch Sensoren generierten und anschließend ausgewerteten Daten ermöglichen eine effizientere Ausrichtung der Instandhaltungsstrategie. Smart Maintenance vermeidet Stillstände, erhöht die Anlagenverfügbarkeit und minimiert Instandhaltungskosten und administrative Aufwände. 

Digitalisierte Gebäudereinigung: IoT-Technologie bietet ein großes Potential zur Optimierung von Reinigungsprozessen: Seifenspender, Abfalleimer und Papierhandtuchbehälter werden mit Sensoren ausgestattet. Im Toilettenbereich erfassen Sensoren die Personenfrequenzen. Die Daten und Meldungen zu den jeweiligen Füllständen werden direkt auf das Device der Reinigungskraft übertragen. Auf diese Weise reduziert sich der Leerlauf, weil die Software automatisch dynamische Reinigungspläne erstellt und beispielsweise auch anzeigt, in welchen Räumen ein erhöhter Reinigungsbedarf besteht. Auch der Einsatz von Reinigungsrobotern und Drohnen ist ein immer stärker werdender Trend in diesem Bereich: Roboter werden eingesetzt für die Krankenhausdesinfizierung und für die Reinigung von schwer zugänglichen Schächten und Kanälen. Drohnen kontrollieren die Verschmutzung von Flächen sowie Dächern, werden eingesetzt für Sicherheitskontrollgänge und unterstützen bei der Fassaden- und Glasreinigung.

Mehr Lebensqualität mit Ambient Assisted Living: Ambient Assisted Living (AAL) ist eine Technologie für umgebungsunterstütztes Wohnen, die speziell älteren oder eingeschränkten Personen die selbständige Bewältigung des Alltags ermöglichen soll. Sensoren und Tracker überwachen Bewegungen, werten sie aus und lösen bei Bedarf einen Alarm aus. Mit Sensoren bestückte Teppiche erheben Daten erheben und kommunizieren zugleich mit der Lichtsteuerung, um Räume in der Nacht automatisch zu erhellen. Diese Lichtführung unterstützt besonders demenzkranke Personen bei der Orientierung und bietet ihnen ein erhöhtes Sicherheitsgefühl. AAL beschränkt sich jedoch nicht auf Notrufsysteme und Bewegungsüberwachungen, es umfasst auch die Themen Gesundheit, Pflege, Haushalt und Kommunikation. Ambient Assisted Living verbessert die medizinische Versorgung in Altenheimen und Krankenhäusern, erhöht den Komfort der Bewohner und steigert die Sicherheit.

Smart Building: Der Begriff Smart Building steht für die Automatisierung und für die zentrale Bedienung der technischen Ausstattung in beispielsweise Bürogebäuden, Flughäfen, Einkaufszentren oder Fertigungshallen. Ein zentraler Punkt ist die energetische Optimierung: Das smarte Gebäude der Zukunft ist mit Hilfe der intelligenten Analyse der zuvor erhobenen Daten in der Lage, vorausschauend zu agieren. Es antizipiert, statt nur zu reagieren. Unverzichtbare Grundlage für das Smart Home ist die intelligente Analyse der Daten aus der angeschlossenen Sensorik und dem Monitoring der technischen Systeme. Smarte, IoT-basierte Steuer- und Sensortechnologien senken zum Beispiel den Energieverbrauch auch bei älteren Immobilien: Bestehende Heizkörper und Klimageräte werden durch funkgesteuerte Thermostate und externe Prüfsensoren „smart“ gemacht. Funksensoren überwachen lückenlos Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt und sorgen für eine optimale Luftqualität.

Smarte Zugangskontrolle: Gerade in weitläufigen Immobilien müssen häufig viele Zugänge kontrolliert werden. Hier überwachen passende Funksensoren, ob Türen und Fenster geschlossen oder geöffnet sind. Digitale Schließsysteme sorgen zusätzlich für ein smartes Sicherheitskonzept.

Digitale Raumplanung über smarte Sensoren: Facility Management beinhaltet in Zukunft auch smarte Konzepte für den intelligenten Einsatz von Sensoren in so gut wie jedem Raum. Der sogenannte digitale Grundriss einer Immobilie bietet dabei den optimalen Überblick über alle integrierten Smart Home-Applikationen. 

 

Neue Berufsbilder: Vom Facility Manager zum Data Manager

Der Einsatz innovativer IoT-Technologien automatisiert die Prozesse im Facility Management und ermöglicht so einen effizienteren Ressourceneinsatz. Eine Entwicklung, die auch den Inhalt der mit dem Begriff Facility Management zusammenhängenden Aufgaben entscheidend verändert: Für die Planung und Betreuung smarter Gebäude ist die Bearbeitung relevanter Daten essenziell. Das heißt: Der Grad der Technologisierung und Digitalisierung von Immobilien wird – besonders bei Neubauten - massiv zunehmen. Was wiederum zur Folge hat, dass die IT-Affinität von Facility Managern immer wichtiger wird. Facility Manager müssen Daten erfassen, auswerten und interpretieren können. Jede Person, die in diesem Bereich arbeitet, wird sich mit diesen neuen Technologien auseinandersetzen müssen. Denn der regelmäßige, wichtige Informationsaustausch zwischen Nutzern, Betreibern, Bewirtschaftern und Eigentümern von Immobilien wird zunehmend digital ablaufen.

 

Fazit: Facility Management 4.0 – smart und digital

Das Internet of Things eröffnet der gesamten Facility Management-Branche neue, vielfältige, flexible, intelligente und effiziente digitale Anwendungsbereiche. Gebäudemanagement wird smart: Prozesse werden schlanker, fundierte Datenanalysen ermöglichen signifikante und langfristige Kostenvorteile. Die Digitalisierung ist bereits im vollen Gange, geprägt durch allgegenwärtige Begriffe wie Big Data, Building Information Modelling (BIM), Computer Aided Facility Management (CAFM) oder Ambient Assisted Living (AAL) – Technologien, die nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Lebensqualität der User erhöhen und mehr Sicherheit gewährleisten. Das Potential dieser Entwicklung ist noch lange ausgeschöpft und wird die gesamte Branche in naher Zukunft entscheidend verändern und unser alltägliches Leben mitprägen. 

 


veröffentlicht am : 2020-09-30 09:30


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