Dank Digitalisierung besser durch Krisen

Dank Digitalisierung besser durch Krisen? Das sagen KMUs

"Je digitaler die Industrieunternehmen aufgestellt sind, desto schneller werden sie sich von den Folgen des Shutdowns erholen"

Dass Unternehmen von der aktuellen Pandemie stark betroffen sind, Umsatzeinbußen in Kauf nehmen müssen und auch mindestens mittelfristig kein Wachstum generieren werden, scheint der allgemeine Konsens zu sein. Im krassen Gegensatz dazu stehen Krisengewinner wie Zoom und Co., die digitale Meetingräume bereitstellen oder auch Amazon als universelle Bestellplattform. Wenn man diese globalen Player außen vor lässt, scheint es eine andere Gruppe zu geben, die zwar nicht im großen Stil von der Krise profitiert, aber dennoch erstaunlich wenig davon betroffen ist: kleine und mittelständische Industrieunternehmen.

Laut einer aktuellen von Microsoft in Auftrag gegebenen und von techconsult durchgeführten Studie sind KMUs verhältnismäßig schwach von den Ausmaßen des Lockdowns betroffen. Die zugrundeliegenden Daten sind im Mai 2020 anhand von 196 Online-Interviews mit Geschäftsentscheider*innen und IT-Expert*innen aus der Industrie erhoben worden. 47 % der Befragten sagen in der Umfrage, „weniger stark“ oder sogar „überhaupt nicht“ (8,7 %) die Auswirkungen der Krise zu spüren. Zum Vergleich: Als „sehr stark“ (10,7 %) und „stark“ (33,2 %) betroffen sehen sich somit weniger als die Hälfte der KMUs.

Als Erklärung für diese durchaus überraschenden Ergebnisse könnte eine Aussage von Bitcom-Chef Achim Berg dienen. Dieser hat kürzlich in einer hauseigenen Umfrage mit dem Schwerpunkt Industrie 4.0 wie folgt kommentiert: „Je digitaler die Industrieunternehmen aufgestellt sind, desto schneller werden sie sich von den Folgen des Shutdowns erholen.“

In der vom Branchenverband durchgeführten Umfrage „Industrie 4.0 – so digital sind Deutschlands Fabriken“ haben 59 % der befragten Unternehmen angegeben, dass Sie bereits heute „spezielle Anwendungen aus dem Bereich Industrie 4.0“ nutzen.  Zur Erinnerung: Die addierten Ergebnisse der Microsoft Studie, die (wenn überhaupt) nur vereinzelt Auswirkungen des Lockdowns in ihrer Firma bemerken, beträgt 55,7 %. Ein Wert, der so nah an dem der Unternehmen mit bereits implementierten Digitalisierungsmaßnahmen dran ist, dass sich hier zumindest ein Zusammenhang vermuten lässt.

 

Digitalisierung schafft neue Geschäftsmodelle

Industrie 4.0 zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und als Schlüssel zu neuen Geschäftsmodellen

Die Bitcom-Studie stellt darüber hinaus fest, was die meisten Unternehmer wohl bereits wissen: „Industrie 4.0 ist die Voraussetzung für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie“. Dieser Aussage stimmen 94 % der Befragten zu. Das bedeutet im Umkehrschluss: In der repräsentativen Umfrage halten es nur 6 % der deutschen Unternehmen für denkbar, auch ohne Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle wettbewerbsfähig zu sein! 55 % erwarten außerdem durch die Industrie 4.0 einen Schub Ihres Geschäftsmodells, aber auch ein Drittel (31 %) fühlt sich mit den aufkommenden Problemen und Herausforderungen der Industrie 4.0 überfordert.

Mit der Beeinflussung ihres aktuellen Geschäftsmodells durch Industrie 4.0 rechnen 73 % aller befragten Teilnehmer. Etwas über die Hälfte (51 %) will neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln oder planen. Jeweils knapp ein Drittel setzt dieses Vorhaben bereits in die Tat um (28 %) oder nimmt bestimmte Produkte und Dienstleistungen vom Markt (26 %). Für ein Viertel hat Industrie 4.0 auch im Jahr 2020 keinen Einfluss auf das Geschäftsmodell. Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Gruppe allerdings von 32 % auf 25 % gesunken.

 

Jedes 7. Unternehmen setzt bereits auf KI

Wachsender Stellenwert für IoT und KI bei Unternehmen

Zu den konkreten Anwendungen aus dem Bereich Industrie 4.0 gehören auch das Internet of Things (IoT) und künstliche Intelligenz (KI), mit deren Stellenwert für Unternehmen sich wiederum die Studie von Microsoft befasst hat. Die beiden Zukunftstechnologien halten 18,9 % für „wichtiger als je zuvor“, um entweder erfolgreich oder möglichst unbeschadet aus der Krise zu kommen. Für 42,2 % sind IoT und KI „unverändert wichtig“ – egal, ob mit oder ohne Krise. Interessant ist der Blick auf diejenigen, die beides für „unverändert wenig wichtig“ halten (31,6 %). Diese Einschätzung ist bei Unternehmen mit bis zu 20 Mitarbeiter*innen (43,6 %) stärker ausgeprägt als bei Firmen mit bis zu 400 Mitarbeiter*innen (24,3 %).

Besonders kleine Unternehmen scheinen Nachholbedarf zu haben, wenn es um IoT und KI geht. Und das ist verständlich, denn für den Einsatz der neuen Technologien benötigt es mehr als eine einmalige Investition und guten Willen. Auch Aus- und Weiterbildung sind ein elementarer Baustein für den Erfolg der Zukunftstechnologien, die Ressourcen in Anspruch nehmen.

Damit der Einsatz von datenbasierten oder Machine-Learning-Lösungen funktionieren kann, gilt bei Unternehmen insgesamt die „Aus- und Weiterbildung der eigenen Belegschaft“ (60,2 %) als wichtigste Voraussetzung. Betrachtet mit hier erneut die kleinen Unternehmen (unter 20 Beschäftigte), ist dieser Aspekt in der Gruppe nur für 50 % der Kleinunternehmen relevant.

Weitere Anforderungen zu Digitalisierung der Unternehmen sind „Automatisierung von Prozessen“ (49 %), „Standardisierung von IT/OT“ (44,4 %) und die „Vereinfachung der Anwendungsentwicklung“ (39,3 %).

Einige interessante Zahlen zum Thema KI lassen sich in der Bitcom-Studie „Künstliche Intelligenz. Einsatz und Forschung in Deutschland“ erkennen. Dort wird nicht nur auf die Chancen der Technologie eingegangen, sondern auch auf die existenzielle Bedrohung, die für Teile der Wirtschaft entstehen kann.

 

Welche Erkenntnisse können KMUs aus den verschiedenen Studien ziehen?

  • Die Zahlen der repräsentativen Umfragen zeigen, dass es sich besonders in der aktuellen Krisenzeit für Unternehmen gelohnt hat, frühzeitig in Technologien der Industrie 4.0 zu investieren. Durch diesen Vorsprung scheinen KMUs weniger stark betroffen zu sein als angenommen.

  • Die Digitalisierung von Unternehmen ist der entscheidende Faktor, um die Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft aufrechtzuerhalten.

  • Besonders kleine Unternehmen, die möglicherweise keine eigenen Digitalisierungsabteilungen haben, benötigen Unterstützung bei der Umsetzung.

 

Zukunftsszenarien: Wie kann die Zeit nach der Krise aussehen?

Eine zutreffende Antwort auf diese Frage zu finden, mag wie ein Blick in die Glaskugel wirken. Allerdings gibt es Institutionen, die sich nach wissenschaftlichen Kriterien mit solchen Zukunftsszenarien beschäftigen. So hat beispielsweise das Scenario Management International (ScMI) erst kürzlich folgendes Working Paper veröffentlicht: „Post-Corona-Szenarien. Gesellschaft, Wirtschaft und Politik nach der Corona-Krise“. Anhand bewährter Methodik wurden dort acht unterschiedliche Szenarien entwickelt, die für die Zeit nach der Krise vorstellbar sind. Anschließend wurden diese Szenarien nach der Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens bewertet. Allen Interessierten empfehlen wir einen Blick in das Working Paper des ScMI zu werfen.

 

 

 

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veröffentlicht am : 2020-06-05 13:00


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